BACK IN TIME

Ich absolvierte meine Grundausbildung an einer Wiener Modeschule. Dazu gehörte auch ein vierwöchiges Berufspraktikum. Es war schon vor dem Millennium nicht gerade einfach eine Praktikumsstelle zu finden. Würde ich keinen passenden Platz finden, wäre meine einzige Alternative ein Job bei einer der großen Modeketten – und das wollte ich bestimmt nicht. Der Beruf für den ich ausgebildet wurde, war Damenkleidermacherin. Genau das wollte ich auch tun: Kleider für Damen machen – eine Schneiderin sein – mit Schere, Nadel und Faden arbeiten. Ich fand glücklicherweise eine Stelle in einem Wiener Brautmodensalon. Schon beim Betriebsrundgang nach dem Bewerbungsgespräch war mir klar: Diese vier Wochen werden etwas ganz Besonderes. In einem Salon für Brautmoden herrscht nämlich eine ganz einzigartige Stimmung – es ist in Seide und Tüll verpackte Hoffnung und Vorfreude.

VOM SUCHEN UND FINDEN

Ich durfte meiner Kollegin bei der Kundinnen-Betreuung assistieren und lernte schnell die Schritte zum Traumkleid: von den Wünschen der zukünftigen Braut, zur Kleiderauswahl und unzähligen Anproben, bis hin zum entscheidenden Moment: „Ja, das ist mein Kleid.“ Ein Brautkleid von der Kleiderstange zu hieven war für mich durchaus eine Herausforderung. Ausladende Brautkleider mit vielen Stofflagen konnten ein ansehnliches Gewicht haben! Nichtsdestotrotz kam ich aus dem Staunen nicht heraus. Die Stoffe, die Spitze, die Perlen, der Glitzer und der viele Tüll – einfach wunderbar. Zu der Zeit waren Corsagen mit Schnürungen topmodern und angesagt. Dies erschwerte die Anproben zusätzlich, denn jede Corsage bedeutete: Schnürung komplett ausfädeln, anziehen, Schnürung wieder einfädeln, vor dem Spiegel begutachten und danach erneut komplett ausfädeln. Aber ich lernte viele Tricks und Kniffe, die mir dabei halfen den Kundinnen die Anprobe so kurzweilig und angenehm wie möglich zu machen. Das Praktikum prägte mich nachhaltig. Es gibt drei Gründe, warum ich mich heute als Schneidermeisterin auf maßangefertigte Brautkleider spezialisiert habe

#1 TOPF SUCHT DECKEL

Viele zukünftige Bräute kamen mit ganz bestimmten Vorstellungen in den Salon. Nach der Anprobe einiger Modelle kristallisierte sich heraus, was tatsächlich dem Typ der Braut entsprach – und das war meist etwas komplett Anderes.

Meine geheime, persönliche Challenge war es, das perfekte Brautkleid für meine Kundin zu finden. Jede Braut ist einzigartig. Und es gibt für jede Braut das passende Brautkleid.

Ich erinnere mich an ein ganz Besonderes: es war komplett aus lachsfarbener Spitze, im Figur betonenden Meerjungfrauen-Stil und mit Neckholder-Ausschnitt. Zugegeben, ich hätte mir nicht mal im Traum vorstellen können, dass dieser Topf einen Deckel finden würde. Doch eine Kundin reiste extra aus Deutschland dafür an. Bei der Anprobe war auf den ersten Blick klar: es ist perfekt. Der Schnitt, die Spitze, die Proportionen – alles passte zum Stil, zur Figur, zur Eleganz der Braut.

#2 ONE MOMENT IN TIME

Eine jede Anprobe glich einer Farb- und Stilberatung in Weiß. Männer sehen das wahrscheinlich anders (oder gar nicht), doch Weiß ist nicht gleich Weiß. Und zwischen Reinweiß und Creme liegen Welten! Das schönste an jeder Beratung war dieser eine Moment, wenn die Kundin und ihr Traumkleid zueinander gefunden hatten. Plötzlich passte alles – Stil, Schnitt, Farbe, Stoff, jedes kleinste Detail – und ein Moment der Stille, Erleichterung und unbändiger Freude trat ein. Das war und ist jedes Mal wieder ein wunderbarer, unvergleichlich schöner Moment.

#3 ES IST EINE WISSENSCHAFT

Die Werkstatt war klein, um nicht zu sagen winzig klein. Aber ich hatte alles was ich brauchte – eine Nähmaschine, eine Overlock und eine Bügelstation. Für die perfekte Passform, waren oft aufwändige Änderungen nötig. Und eines kann ich heute mit absoluter Sicherheit sagen: Ein Brautkleid abzuändern ist eine wahre Wissenschaft. Aber genau das liebte ich auch daran. Ein jedes Kleid war eine neue Herausforderung. Meist dauerte das Auftrennen zehnmal so lange, wie die eigentliche Abänderung. Vom erneuten zusammennähen ganz zu schweigen. Ich erinnere mich an ein Kleid, das gekürzt werden musste. An der Länge des ausladenden Kleides war eine wunderschöne Kathedral-Spitze aufgenäht. Es zu kürzen bedeutete also: 8 Meter Spitze runtertrennen und danach wieder 8 Meter Spitze aufnähen. Das war noch eine der leichtesten Übungen. Aber all das änderte nichts daran: Ich war fasziniert von der Verarbeitungstechnik und der Schnittkonstruktion der Brautkleider. Waren alle Änderungen erledigt kam der schönste und spannendste Moment:  die letzte Anprobe. Das Brautkleid saß wie angegossen. Mein Schneiderherz jubelte, denn es schlägt nun einmal für eine ideale Passform.

FOREVER LOVE

In diesen vier Wochen hatte ich unglaublich viel Neues gelernt. Aber allem voran habe ich meine Liebe zu Brautkleidern entdeckt. Seither habe ich Brautkleider auf Maß angefertigt und meine Fähigkeiten perfektioniert. Ich habe einen sehr hohen Qualitätsanspruch. Brautkleider sind meine persönliche Königsklasse – von der Beratung bis zum fertigen Kleid. Ich könnte noch viel über dieses Thema erzählen – und das werde ich auch!

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ES GIBT EIN LEBEN DANACH

Im aktuellen LOOK! Magazin findet ihr das beigelegte Mode Wien-Magazin mit den Frühjahr/Sommer-Trends für 2017. Auf Seite 16 findet ihr ein Crop Top aus weißer, bestickter Spitze aus dem Atelier Domongos. Dieses Oberteil gehört ursprünglich zu einem Brautensemble. In Kürze zeige ich euch hier am Blog ein Hochzeits-Special zum Thema „Mein Brautkleid – es gibt ein Leben danach“.

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VOM TRAUM ZUM KLEID – BRAUTKLEID NACH MASS

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Vom Traum zum Kleid

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